Diese Reise zählt sicher zu den schönsten und eindrucksvollsten Reisen, die wir zu zweit unternommen haben. Die Planungen dafür begannen ein halbes Jahr zuvor. Am Ende dieses Reiseberichts finden sich auch zahlreiche nützliche Infos und Links.
Wir starten mit einem Toyota Proace Verso, die hinteren Sitzreihen sind ausgebaut, unsere E-Bikes darin sicher verstaut und es finden alle Gepäcksstücke samt Wanderschuhen, Jacken und Kühlbox ausreichend Platz.
Los geht die Reise am 6 Juli und wird 19 Tage dauern.
Über Prag und Dresden kommen wir am ersten Nachmittag nach Berlin. Ein Stadtrundgang samt Verwandtschaftsbesuch stehen am Programm.
Wir schlafen in der Nähe des Kurfürstendamms. In Berlin gilt eine Umweltvignettenpflicht. Wir riskieren die Einfahrt in die Stadt (wenige Kilometer), parken in einer Tiefgarage und verlassen bald am Morgen wieder Berlin.
Auf direktem Weg fahren wir die rund 800 km in die dänische Hafenstadt Hirtshals, wo wir unweit des Fährhafens das B&B Hirtshals beziehen. Ein Spaziergang zum Leuchtturm und in die Stadt lohnen sich auf jeden Fall. Es gibt einige nette Lokale zum Abendessen.
Heute geht es richtig los! Die Anfahrt zum Fährhafen ist bestens beschildert und der ganze Ablauf gut organisiert. Wir fahren mit ColorLine (unbedingt rechtzeitig online buchen).
Abfahrt: 09:30 Uhr
Ankunft: 13:00 Uhr
Wir genießen die 3,5-stündige Überfahrt nach Kristiansand bei schönem Wetter und ruhigem Meer.
In Kristiansand finden wir schnell eine Parkmöglichkeit am Eingang zur Altstadt. Da wir das nächste Quartier im rund 100 km westlich gelegenen Flekkefjord gebucht haben, nehmen wir uns für Kristiansand nicht allzu viel Zeit. Wir machen eine interessante Tour mit dem Bummelzug, und so verschaffen wir uns bequem einen guten Überblick. Die Domkirche wird besichtigt und in aller Gemütlichkeit ein Kaffee genossen.
Der E39 folgen wir nun in westliche Richtung und bereits die ersten Kilometer lassen vage erahnen, was uns landschaftlich in den kommenden Tagen erwarten wird.
In Flekkefjord angekommen, sind wir beeindruckt von der Lage am Meer, der Beschaulichkeit und der Ruhe. Wir beziehen unser nettes Appartment, die Besitzerin nimmt sich Zeit für ein Plauscherl.
Mit einem kleinen Abendessen und einen abendlichen Spaziergang lassen wir den ersten Tag in Norwegen ausklingen.
Gleich am Morgen fahren wir die Bergstraße nördlich der Stadt wenige Kilomter hinauf zum Hausberg Lilleheia, von wo sich ein herrlicher Rundblick auf Flekkefjord auftut. Die Morgensonne tut ihres dazu.
Heute erkunden wir den südlichsten Teil Norwegens und fahren daher ein kleines Stück zurück Richtung Kristiansand auf der E39. Wir biegen Richtung Süden ab und fahren zum Lista fyr (fyr = Leuchtturm). Die Landschaft ist wunderschön, abwechslungsreich, immer wieder Wasser, schmale Straßen und ein Auf und Ab.
Auch die kleine Hafenstadt Farsund lohnt einen Besuch und einen Bummel.
Beim Lindesnes fyr sind wir nun am südlichsten Leuchtturm Norwegens. Von hier wären es rund 2.500 Kilometer zum Nordkapp. Hier geht es etwas touristischer zu, aber es ist nicht überlaufen. Wir bestaunen auch die alten Wehranlagen aus den Kriegszeiten und bewundern das schroffe Küstengebiet.
Die Hafenstadt Mandal ist wie Kristiansand und Flekkefjord geprägt von diesen typischen weißen Holzhäusern. Es ist sehr beschaulich - ein Ort zum Wohlfühlen. Und so lassen wir uns Nahe dem Hafen zu einem sehr guten Mittagessen nieder (Restaurant Kastellet).
Nun wollen wir zum ersten Wasserfall unserer Reise gelangen. Dieser heißt Kvasfossen. Der Weg dorthin ist spektakulär - sehr schmale unbefestige Straßen mit mäßiger Steigung. Dazu fahren wir nach Norden wieder auf die E39, rund 25 Kilometer Richtung Westen und biegen in Optedal Richtung Norden ab.
Zurück nach Flekkefjord nehmen wir die Straße 461 über Kvinesdal. Die Strecke ist faszinierend, führt immer wieder entlang kleiner Seen, durch Wälder und vorbei an Felsformationen. Die Straße ist meist nicht breiter als ein Güterweg.
Eine der spektaktulärsten Strecken erwartet uns heute bei bestem Wetter. Dazu starten wir direkt in Flekkefjord auf der Fv44 Richtung Westen und bleiben somit immer in Küstennähe. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus und müssen immer wieder für Fotostopps anhalten. Beim Jossingfjord befinden sich auch die berühmten Helleren-Häuser, die unter einem großen Felsvorsprung seit Jahrhunderten Schutz suchen. Kurvige Tunnels und Bergstraßen erinnern an die Alpenstraßen.
Zwischen Ana Sira und Hauge i Dalane geht es rechts weg zum Ruggesteinen (Wackelstein). Man folgt der Beschilderung bis zu einem abgelegenen Tennisplatz. Dort befindet sich ein Parkplatz und der Wanderweg beginnt. Wir genießen den Fußmarsch und vor allem die Ruhe, die nur durch das Rauschen des wilden Baches positiv unterbrochen wird.
Das Fischerdorf Sogndalstrand ist unspektakulär, aber sehr beschaulich und strahlt Ruhe und Gelassenheit aus.
Egersund hingegen ist lebhafter und bietet einige Lokale und Kaffeehäuser und scheint auch eine kleine Einkaufsstadt zu sein. Wir genießen eine Kaffee mitten am Platz in der Sonne und schauen dem Treiben zu. Auch die Kirche lohnt einen Besuch.
Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Parkplatz für die Wanderung zum Eigeroy fyr. Die Zufahrt zum Parkplatz ist sehr schmal und bietet so gut wie keine Ausweichmöglichkeiten. Wir befinden uns jetzt in einer bezaubernden Landschaft, geprägt von Weidevieh, viel Wasser und Felsen. Der Weg zum Leuchtturm ist einfach zu begehen und dauert in eine Richtung ca. 45 Minuten. Die Stimmung beim Leuchtturm ist grandios, auch wegen dem herrlichen Wetter. Wir schauen den Wellen zu und lassen uns auf den Felsen für eine kurze Pause nieder.
Auf der Weiterfahrt - wir sind immer noch auf der Fv44 - wird es nach dem hügeligen und felsigen Gelände plötzlich völlig flach. Der Ausblick auf das Meer ist wunderbar. Wir fahren nach Varhaug und suchen einen beschaulichen Friedhof, der direkt am Meer liegt. (google-Eintrag:
Varhaug Gamle Gravlund)
Von hier sind es noch ca. 45 Kilometer bis Stavanger. Wir erreichen unser Hotel am späten Nachmittag. Dadurch bleibt uns noch Zeit für einen ersten Rundgang durch die Altstadt und ein feines Abendessen.
Den Vormittag verbringen wir in der Altstadt, die geprägt ist von historischen Gebäuden, dem großen Hafen, vielen Geschäften und unzähligen Lokalen. Obwohl viele Touristen und Einheimische unterwegs sind, wirkt die Stadt sehr ruhig und sympathisch. Und überall ist es sehr sauber!
Die Domkirche ist die einzige mittelalterliche Kirche Norwegens, die noch erhalten geblieben ist. Geöffnet von 10-15 Uhr, ca. 4 Euro Eintritt.
Eines der schönsten und beeindruckensten Highlights folgt an diesem sonnigen und warmen Nachmittag. Wir durchqueren im Ryfylketunnelen den Fjord und gelangen so in relativ kurzer Zeit zum Besucherparkplatz für die Wanderung auf den Preikestolen.
Gefühlt 3.000 weitere Wanderer haben das gleiche Ziel wie wir. Dennoch kommen wir auf dem steinigen Pfad gut voran und gelangen nach rund 1,5 Stunden Gehzeit auf das Plateau mit dem Wahnsinnsausblick. Fotoshooting und Jausenpause gehören dazu. Der Abstieg dauert rund eine Stunde und wir sind glücklich, den Preikestolen bei diesem herrlichen Wetter erlebt zu haben.
Wir fahren über die Lyssefjordbrücke und genießen einen Espresso aus unserer eigenen Kaffeemaschine. Dann geht es weiter nach Oanes. Mit einer kleineren privaten Fähre setzen wir wieder über nach Lauvvik. Von hier fahren wir über Nebenstraßen gemütich zurück nach Stavanger.
An diesem Tag bleibt das Auto im Parkhaus und wir packen die Fahrräder das erste Mal aus. Durch die Altstadt fahren wir nordwärts und kommen bei Randaberg vorbei und gelangen schließlich nach Tungenes fyr. Der Weg dorthin führt meist auf Nebenstraßen und ausgebauten Radwegen. Google-Maps ist hier sehr hilfreich!
Der Rückweg führt uns westlich zum Boraunen Bunker und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Gegend ist hier sehr landwirtschaftlich geprägt und eher flach. Insgesamt sind wir rund 3 Stunden mit dem Fahrrad unterwegs. Die Strecke beträgt insgesamt ca. 30 Kilometer.
Wie sieht der Preikestolen von unten aus? Das wollen wir am Nachmittag wissen und fahren mit einem Ausflugsschiff in den Lyssefjord (Tipp). Die dreistündige Schifffahrt ist sehr abwechslungsreich und das Schiff fährt fast hinein in eine Räuberhöhle, bringt Bergziegen das Futter und lässt sich vom Wasserfall anspritzen. Wir genießen diese Fahrt ebenfalls bei bestem Wetter.
In einem Fischrestaurant genießen wir den Tagesausklang bei herrlichen Fischgerichten am belebten Hafen.
Die Insel Karmoy ist unser Tagesziel für heute. Spektakulär ist die Straßenführung (E39) dorthin. Mehrmals tauchen wir unter den Fjorden hindurch oder fahren auf Brücken oben drüber. In Mortavika gelangen wir auf die Fähre nach Arsvagen, dann geht es durch den langen Karmoy-Tunnel auf die Insel.
In Akrasanden schlendern wir dem Sandstrand entlang und fahren dann weiter in das Fischerdorf Skudenseshavvn, es wirkt zwar ansprechend ist aber sehr verschlafen. Da wir im Fischerdorf keine Gelegenheit für eine Pause finden, parken wir uns entlang der Straße an einem idyllischen Ort ein und genießen einen selbstgemachten Espresso.
Der nächste Halt ist in Avaldnes. Die Lage der Kirche ist ein Kraftplatz. Das unweit davon gelegene Wikingerdorf spricht uns nicht an, daher belassen wir es bei einem Spaziergang.
Haugesund ist eine größere Stadt etwas weiter nördlich mit einigen Geschäften, Lokalen und einem Hafen. Dort gönnen wir uns nach einem Rundgang einen kühlen Drink.
Auf der Rückfahrt nach Starvanger liegt das ehemalige Kloster Utstein direkt an einem See. Die Lage ist sehr idyllisch und so wählen wir diesen Ort für eine Abendjause bei Sonnenschein.
Es sind ca. 220 Kilometer bis nach Tyssedal am Hardangerfjord, wo unser nächstes Quartier auf uns wartet. Von Stavanger weg folgen wir der Rv13, die zuerst wieder durch den Ryfylketunnel führt und sich dann durch die Berge windet. Einmal ist sie gut ausgebaut, plötzlich ist sie wieder schmal und kurvig. Gesäumt wird sie durch kleine Seen und Wasserfälle.
Die Stabkirche von Ardal ist unsere erste Station auf diesem Weg.
Nach Nesvik führt uns wieder eine Fähre über den Fjord. In Sand besichtigen wir einen Lachsaufstieg.
Direkt neben der Straße entdecken wir alte Mühlen, die schon lange außer Betrieb sind.
Immer wieder durch Tunnel und entlang von Felsen und Wasser führt die Straße vom Suldal ins Roldal. Wunderschöne Ausblicke eröffnen sich nach jeder Kurve.
In Roldal besichtigen wir wieder eine sehenswerte Stabkirche.
Die alte Passstraße in Roldal führt durch eine bizarre Gebirgslandschaft und ist atemberaubend.
Auf den letzten Kilometern vor Odda säumen Wasserfälle die Straße, bevor wir dann in Tyssedal ankommen und unsere Ferienwohnung für die nächsten drei Nächte beziehen.
Über Odda und die Straße 550 erreichen wir Utne. Die Strecke dorthin ist geprägt von Obstanbau (Kirschen, Äpfeln). In Utne packen wir die E-Bikes aus und fahren die anspruchsvolle Strecke nach Herand. Es gilt einige hundert Höhenmeter auf einer schmalen Straße (wenig Verkehr) zu überwinden. Ein Pause mit einem netten Gespräch in Herand nützen wir zur Stärkung, ehe es auf gleicher Strecke zurückgeht. Dabei genießen wir die rund 7 Kilometer lange Abfahrt durch Obstplantagen. Gesamtlänge je Strecke: 22 km
Am späten Nachmittag fahren wir zurück Richtung Odda, biegen aber dann rechts Richtung Westen ab, durchfahren den Folgefonntunnelen und gelangen nach Sundal. Von hier aus wandern wie 45 Minuten zum Bondhus-Vadnet. Der See liegt eingebettet zwischen hohen Felsen und Bergen. Im Blick Gletscher und Wasserfall. Zurück in Sundal bekommen wir noch eine Stärkung in einem einfachen Gasthaus, ehe wir in unser Quartier zurückkehren.
Auch heute wollen wir aktiv sein und das schöne Sommerwetter ausnutzen. Wir fahren auf der Rv13 nach Kinsvarik. Die Straße führt durch unbeleuchtete Tunnel und wird teilweise extrem schmal, obwohl es sich um eine Hauptverbindung handelt. Manchmal zwingt der Gegenverkehr zum Anhalten. Vor uns macht uns ein Lkw-Zug aber meist die Straße frei.
In Kinsvarik angekommen folgen wir dem Wegweiser Husedalen valley parking. Der Parkplatz ist bereits ausgelastet und wir können uns entlang der Straßen einparken. Hier beginnt eine schweißtreibende, aber sehr lohnende Wanderung vorbei am Kinso Kraftwerk und dann steil hinauf zu den drei Wasserfällen Tveitafossen, Nyastolfossen und Nykkjesoyfossen. Es sind atemberaubende und unvergessliche Eindrücke, wie hier die Wassermassen den Berg hinabstürzen. Für den Rückweg wählen wir einen Weg über eine Forststraße, den wir über google gefunden haben und können so die steile und rutschige Passage umgehen.
Glücklich gönnen wir uns im nächsten Ort Kaffee und Kuchen als Belohnung.
Das gesamte Gebiet gehört zur Hardangervidda, einem der größten Hochplateaus Europas.
Wir machen uns auf den Weg nach Bergen (188 km), die zweitgrößte Stadt Norwegens. Auf der Straße Rv13 fahren wie am Vortag Richtung Norden und überqueren dann auf der imposanten Hardangerbrücke den Fjord um gleich in den Vallaviktunnel einzutauchen inklusive blau ausgeleuchteten Kreisverkehr.
Im Kreisverkehr folgen wir der Straße 13 weiter Richtung Bergen, nach dem Tunnel biegen wir rechts in die Straße 572 ab und gelangen in die idyllische Gegend beim Espelandsvadnet (See) und dem Espelandsfossen (Wasserfall). Nach einem Fotostopp fahren wir auf dieser Straße weiter und gelangen hinunter zum Fjord und sehen dann von weitem wieder die Hardangerbrücke.
Mitten im Tunnel treffen wir wieder auf den schon bekannten Kreisverkehr und fahren wieder auf der Straße 13, biegen nach dem Tunnel dann aber auf die Straße 7 nach links Richtung Granvin ab und folgen nun dem Hardangerfjord bis nach Nordheimsund, wo wir eine kurze Pause und einen Rundgang im Hafen machen.
Die Strecke bis dahin ist sehr abwechslungsreich, geprägt von Tunneln, schmalen Fahrbahnen und tollen Ausblicken auf den Fjord.
Wir treffen später auf die E16 und in weiterer Folge auf die E39, die uns dann nach Bergen führt.
20 Gehminuten vom Zentrum finden wir unser Unterkunft und dann auch ein zentrales Parkhaus.
Es hat mehr als 30 Grad und so nehmen wir gleich die Gelegenheit wahr und unternehmen mit einem Schiff eine ca. einstündige Hafenrundfahrt. So verschaffen wir uns gleich einen guten Überblick über die Stadt.
Beim Fischmarkt finden wir einen Platz für ein gemütliches typisch norwegisches Abendessen.
Unweit unseres Appartments liegt das Aquarium Bergen, das durchaus einen Besuch wert ist.
Anschließend machen wir eine reservierte Stadtführung in einer kleinen Gruppe (6 Personen) und erkunden vor allen die Hansestadt Bergen und erfahren einiges über die Entstehung Norwegens, der Könige und dem Reichtum durch die Hanse.
Gleich am Vormittag starten wir zur Talstation der Floyenbahn. Die Standseilbahn bringt uns auf einen der Hausberge, von wo man einen grandiosen Blick auf die Stadt hat. Wir sind früh dran, so mussten wir uns noch nicht lange anstellen. Nach dem Genießen der Aussicht gehen wir zu Fuß den gut beschilderten Weg wieder hinunter in die Stadt. Wir bummeln noch ein wenig durch die Stadt. Aufgrund der Hitze verbringen wir den Nachmittag im Appartment.
155 Kilometer haben wir heute vor uns, weil wir wollen bis Eidfjord fahren. Von Bergen geht es Richtung Nord-Osten bis Voss auf der E16. Dort treffen wir wieder auf die bekannte Rv13, die uns nun wieder zur Hardangerbrücke führt. Nach der Brücke biegen wir nun nach links auf die Straße Nr. 7 ab, die nun ostwärts entlang des Hardangerfjords verläuft. Ein Eidfjord angelangt, sind wir überwältigt von der herrlichen Kulisse und der Lage unseres Hotels.
Im Hotel befindet sich eine kleine Galerie mit lustigen Bildern.
Wir packen unsere Räder wieder aus und fahren auf einer kleinen Straße den Fjord Richtung Norden entlang, bis wir eine große Kraftwerksanlage erreichen (ca. 8 km). Nach einer Pause radeln wir zurück. Abendessen im Hotel Eidfjord.
Heute haben wir 335 Kilometer vor uns, aber wahrscheinlich die eindrucksvollsten unserer Reise. Es geht durch die Hardangervidda. Die Straße ist gesäumt von meterhohen Schneestecken - mitten im Sommer. Die Sonne und die dichten Wolken am Himmel verwandeln die vorbeiziehende Landschaft in bizarre Bilder - einfach beeindruckend! Gleich nach wenigen Kilomtern schlängelt sich die Straße in Tunneln bergwärts - grandiose Straßenbaukunst! Dann erreichen wir ein Highlight, nämlich den gigantischen Wasserfall Voringfossen
Obwohl es sich bei der Straße Nr. 7 hier um eine von zwei Hauptverbindungen zwischen Bergen und Oslo handelt, ist relativ wenig Verkehr und so können wir bei gemütlichem Tempo die Landschaft so richtig genießen - inklusive Fotostopps.
Wir kommen nach Geilo, einem Wintersportort mit vielen (Sport-)Geschäften. Nach einem Bummel kaufen wir noch süßes Gebäck, das wir später bei einer Pause mit unserem eigenen Espresso genießen. Die Temperaturen sind in diesem Gebiet deutlich kühler als zuletzt.
In Geilo biegen wir nun rechts nach Süden ab auf die Straße Nr. 40, die nach Kongsberg führt.
Am Weg dorthin fallen uns die gut erhaltenen landschaftlichen Gebäude (Heuschober) auf. Wir folgen dem Wegweiser nach Uvdal und erreichen ein sehr attrakties Freilichtmuseum. Es handelt sich um ein rekonstruieretes Gehöft inkl. Stabkirche aus vergangenen Zeiten - empfehlenswert!
Die Landschaft verändert sich nun deutlich. Es wird besiedelter, landwirtschaftlicher und es geht wieder bergab. In Kongsberg ändern wir den Kurs Richtung Osten auf die E134 bis Drammen und in der Folge auf die E18, die uns nach Oslo führt. Die Straße ist hier meist vierspurig ausgebaut und eine typische Einfallsstraße in die Hauptstadt. Unser Hotel liegt im Zentrum unweit des königlichen Schlosses.
Ein erster Stadtrundgang im Bereich des Hafens rundet diesen Tag ab.
Wir lernen die Stadt mit einer Rundfahrt mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus kennen und verschaffen uns einen Überblick.
Drei Sehenswürdigkeiten haben wir uns vorgenommen: Oper, Munch-Museum, Vigelandpark
Wir beginnen mit der Oper, die von außen einem Monument gleich. Weißer Carrara-Marmor wohin man sieht.
Das Munch-Museum ist für Liebhaber der Malerei ein Muss. Eingebettet in moderne Architektur gibt es vieles zu Bestaunen.
Der Vigelandpark, zu dem wir wieder mit dem Sightseeingbus gelangen, besticht mit seinen unzähligen Steinskulpturen und der Weitläufigkeit.
Vor dem Abendessen bummeln wir noch durch die Carl-Johann-Gate, die berühmteste und belebteste Straße von Oslo.
Heute heißt es Abschied nehmen von Norwegen. Rund 600 Kilometer liegen vor uns, aber keine schmalen Straßen mehr, sondern Autobahn. Einen Zwischenstopp auf der Fahrt nach Südschweden machen wir in Goteborg. Diese Stadt ist jedenfalls eine Reise wert! Wir parken beim Bahnhof, der zentral liegt und gehen zum Rathausplatz, wo wir einen Bummelzug besteigen. Auf angenehme Weise können wir uns einen Eindruck von der Stadt verschaffen. In der Markthalle nehmen wir noch einen Imbiss zu uns, bevor wir unsere Reise fortsetzen.
Ankunft in der Hafenstadt Trelleborg in Schweden. Unweit des riesigen Fährhafens haben wir unser Quartier. Auch die Altstadt ist sehr nahe und wir vertreten uns die Füße nach der langen Fahrt. Abendessen im Hotel in sehr familiärer Atmosphäre.
Um 12 Uhr sollte unsere Fähre ablegen, und so sind wir kurz vor 11 Uhr beim Anleger. CheckIn erfolgt völlig kontaktlos. Mit 30 Minuten Verspätung legen wir ab, Die 6 Stunden an Bord werden unter anderem dafür genutzt, Bilder der Kameras auf die Festplatte zu bringen, zu lesen und zu dösen. Das Wetter zeigt sich von der schönsten Seite, das Meer ist ruhig. Und so erleben wir die Ankunft in Rostock an Deck. Pünktlich erreichen wir den Zielhafen.
Nach 25 Minuten Fahrzeit erreichen wir unser Hotel in unmittelbarer Nähe zur Altstadt, sodass wir noch einen Spaziergang in die Stadt machen können und in der Abendsonne einen letzten Urlaubsdrink und ein Dessert genießen können.
Am frühen Morgen, gestärkt mit einem Frühstück legen wir los. Willkommen auf deutschen Autobahnen! Es ist vorbei mit Beschaulichkeit beim Autofahren. Ohne großen Stau schaffen wir die gut 900 Kilometer nach Oberösterreich zurück, wo wir am frühen Abend eintreffen.
Obwohl der bereiste Teil von Norwegen nur einen winzigen Teil des Landes ausmacht, ist es dennoch eine Reise voller Superlative. Es sind vor allem die Landschaften, die uns beeindrucken und in Erinnerung bleiben. Die Abwechslung zwischen Gebirge, Karst, Hochplateaus, grüne Wiesen und Moore, Schafherden, Obstkulturen uvm. Alles dominierend ist aber das Wasser.
Wir haben in den 20 Tagen 5.500 Kilometer zurückgelegt, aber es kam uns - abgesehen von den Strecken in Deutschland - nie weit oder lange vor. Auch die Fährfahrten waren allesamt entspannend und völlig unkompliziert. Die Straßenverhältnisse waren manchmal herausfordend - völlig finstere Tunnels, sehr schmale Fahrbahnen, tiefe Abgründe, ...
Auch die Menschen haben uns beeindruckt. Dort wo wir mit Ihnen zutun hatten, waren sie sehr freundlich und zuvorkommend. Alles läuft ruhig und gelassen ab.
Wir haben diese Reise völlig individuell geplant und durchgeführt. Das gab uns die Freiheit, flexibel zu sein und an Orte zu gelangen, die in Gruppen nicht erreichbar sind.
Hotels:
Hirtshals: B&B by the Sea Hirtshals
Flekkefjord: Koselig leilighet i hjertet av Flekkefjord
Stavanger: Clarion Hotel Stavanger
Tyssedal: Rekkehus Tyssedal Trolltunga (keine Empfehlung)
Bergen: keine Empfehlung
Eidfjord: Vøringfoss Hotel
Oslo: Thon Hotel Slottsparken
Trelleborg: Hotell Dannegården
Rostock: B&B Hotel Rostock-Hafen
Fähren: gebucht über directferries
Hirthals-Kristiansand: Colorline
Trelleborg-Rostock: TTLine (gibt bessere)
Straßenmaut und Inlandsfähren:
gute Erfahrungen mit tollticket (Mautbox)
Weitere Infos zur Maut: ADAC
Parken:
Die EasyparkApp ist flächendeckend verfügbar. Auch Parkhäuser rechnen über Easypark ab!
Parkmöglichkeiten:
auch in den Städten gibt es ausreichend moderne und zentrumsnahe Parkhäuser.
Geld oder Karte?
Wir haben keine einzige Münze oder Banknote in Händen gehabt. Kartenzahlung überall!
Sehenswürdigkeiten und Ausflüge:
getyourguide hat sich hier als Plattform sehr bewährt!
Autofahren:
Auf Straßen außerhalb des Ortsgebietes gilt Höchstgeschwindigkeit 80 km/h. Tempolimits werden strikt eingehalten. Obwohl weit und breit keine Kontrollen zu sehen waren, fahren alle sehr diszipliniert und defensiv.
Grundsätzlich gilt: der Weg ist das Ziel!
Man muss für eine Strecke deutlich mehr Zeit einplanen als in der Heimat.